Bevor es ans Basteln geht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Bedeutung von Nieten.
Das Wort „nieten“ bedeutet im handwerklichen Sinn, zwei Materialien dauerhaft miteinander zu verbinden – meist durch ein Metallstück, das durch ein Loch gesteckt und anschließend verpresst wird. Eine Niete hält also zwei Lagen zusammen, ohne dass sie genäht werden müssen.
Im Näh- und Bastelbereich spricht man von „Nieten setzen“ oder „Nieten befestigen“, wenn diese Verbindung hergestellt wird. Dabei gibt es verschiedene Nieten-Arten, je nach Einsatzgebiet – von Hohlnieten über Ösen-Nieten bis hin zu Gewinde-Nieten oder Nieten zum Schrauben (auch Buchschrauben genannt).

Ob Nieten für Kleidung, Accessoires oder Taschen – die Auswahl ist groß. Hier sind die gängigsten Varianten:
1. Hohlnieten
Die klassischen Hohlnieten bestehen aus zwei Metallteilen, die miteinander verpresst werden. Sie sind ideal, um dicke Stofflagen oder Leder zu verbinden.
2. Gewinde-Nieten und Buchschrauben
Diese Variante wird verschraubt statt verpresst. Gewinde-Nieten – oder besser gesagt Buchschrauben – sind perfekt für Einsteiger, da man sie leicht mit einem Schraubenzieher befestigen oder wieder lösen kann. Damit lassen sich besonders gut Taschen mit Nieten oder Ordner, Gürtel und Etuis gestalten.
3. Ösen-Nieten
Ösen-Nieten sind kleine Metallringe, die ein Loch verstärken. Sie eignen sich hervorragend für Kordelzüge oder Deko-Elemente.
4. Ziernieten und Nieten-Knöpfe
Wer es modisch liebt, kann mit Zier- oder Nieten-Knöpfen tolle Akzente auf Kleidung setzen – zum Beispiel bei Jeans, Jacken oder Gürteln.
Um Nieten anzubringen, brauchst du das passende Werkzeug. Die Nieten-Zange oder Vario-Zange (z. B. von Prym) ist dabei das wichtigste Hilfsmittel. Sie sorgt für gleichmäßigen Druck, sodass deine Nieten gerade sitzen und fest halten.
Wenn du keine Zange besitzt, kannst du auch Nieten befestigen ohne Nietzange – etwa mit einem Hammer und dem passenden Untersetzer. Achte aber darauf, dass der Druck gleichmäßig verteilt wird, damit nichts schiefgeht.
Wichtig: Lege dir immer die Metallplatte drunter - sonst hast du auch bald so ein tolles Loch im Laminat, wie ich. 😜
Ein Überblick über die wichtigsten Werkzeuge:
Nieten-Zange / Nietenzange – für präzises Arbeiten
Lochzange oder Lochwerkzeug – um das Nieten-Loch vorzubereiten
Schraubenzieher – bei Buchschrauben oder Nieten zum Schrauben
Presse oder Hammer – falls keine Nietenzange vorhanden ist
Tipp: Übe das Nietenzange benutzen am besten zuerst an einem Reststück, bevor du dich an dein eigentliches Nähprojekt wagst.
Viele trauen sich nicht an Nieten, weil sie Angst haben, dass etwas schiefgeht. Mit der richtigen Vorbereitung ist das aber kein Problem.
Vorbereitung
Verstärke die Stelle, an der du die Niete anbringen willst – zum Beispiel mit Decovil I Light oder S320.
Markiere die Position genau.
Stanze ein passendes Nieten-Loch mit einer Lochzange oder einem Stanzwerkzeug.
Nieten setzen
Führe die Niete mit dem großen Kopf durch das Loch.
Setze das Gegenstück auf die Rückseite.
Presse beide Teile mit der Nieten-Zange, einer Presse oder einem Hammer fest zusammen.
So entsteht eine stabile Verbindung – ideal für Nieten anbringen Stoff, Leder oder Kunstleder.
Buchschrauben anbringen
Buchschrauben funktionieren ähnlich, nur einfacher:
Stecke die glatte Seite durch das Loch.
Schraube das Gegenstück mit der Hand oder einem Schraubenzieher fest.
Optional kannst du einen Tropfen Kleber auf das Gewinde geben.
Tipp: Mit Nieten und Buchschrauben kann man auch super Bastelprojekte gestalten!
Manchmal sitzt eine Niete oder Buchschraube schief oder du möchtest sie austauschen. In diesem Fall musst du sie ggf. entfernen.
Wie geht das?
Bei Nieten kannst du mit einem flachen Schraubenzieher oder einem Seitenschneider die Niete vorsichtig aufhebeln. Bei Buchschrauben ist es noch einfacher – sie lassen sich einfach abschrauben, solange du sie nicht mit Nietenkleber festgeklebt hast.
Ob Nieten-Gürtel, Nieten-Tasche oder stylische Deko – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Verziere deine Handtasche mit Nieten, um ihr einen individuellen Look zu geben.
Verwende Ösen-Nieten für Kordeln oder Trageriemen.
Setze Nieten an Kleidung, um schlichte Stücke aufzuwerten.
Bastle mit Buchschrauben trendige Notizbücher oder Schlüsselanhänger.
Wenn du dich fragst, wo kann man Nieten kaufen, findest du sie in gut sortierten Nähgeschäften oder online – zum Beispiel bei Prym oder anderen Zubehöranbietern. Dort bekommst du auch spezielle Nieten-Prym-Sets oder Nieten-Zangen im Set mit passenden Einsätzen.
Wie du siehst, sind Nieten und Buchschrauben vielseitige kleine Helfer, die deinen Projekten Stabilität und Stil verleihen. Ob du Nieten anbringen, Nieten entfernen, Nieten basteln oder einfach nur Nieten für Kleidung einsetzen möchtest – mit dem richtigen Werkzeug und etwas Übung gelingt dir jedes Projekt.
Für Einsteiger sind Buchschrauben ideal, weil sie leicht zu handhaben sind und sich bei Bedarf wieder lösen lassen. Mit einer Nietenzange oder einer Nieten-Zange kannst du aber auch klassische Hohlnieten ganz einfach setzen und befestigen.
Mein liebstes Nähzubehör: 😍
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