Kreativität am Limit – warum die Szene kämpft und wie sie gemeinsam stärken können

Inhalt

Zwischen Leidenschaft und Überleben – warum es die Kreativszene gerade so schwer hat

Kreativität gilt oft als leichtfüßig, frei und unabhängig. Menschen stellen sich vor, dass Designer:innen, Künstler:innen, DIY Influencer morgens aufstehen, eine Eingebung haben und sie direkt in etwas Wunderbares verwandeln. Aber die Realität ist eine andere. Für viele von uns in der Kreativszene fühlt sich der Alltag aktuell wie ein ständiger Kampf an – um Sichtbarkeit, um faire Bezahlung, um Wertschätzung. Ich merke das selbst bei Cutting Corners Design jeden Tag.

Doch warum ist es gerade so schwierig...

...is vor kurzem war es doch eine gefühlte Explosion an kreativen Menschen! Jeder hat angefangen zu nähen, zu basteln und sich inspirierend auszudrücken. Irgendwie hat man angenommen es geht steil bergauf - dann kam der Fall. Fast täglich höre ich von schliessenden Stoffgeschäften, Designer:innnen, denen ich schon sehr lange folge schliessen ihren Shop und alle anderen ächzen unter dem Gewicht der Zeit.

Ich glaube die Gründe sind vielfältig...

Inch in cm umrechnen

1. Steigende Kosten und ökonomischer Druck

Mieten, Energie, Lebensmittel – alles wird teurer. Für Kreative, die oft freiberuflich oder projektbasiert arbeiten, wie es auch bei uns Designer:Innen oder Stoffläden oft der Fall ist, ist das eine enorme Belastung. Fixe Gehälter oder stabile Arbeitsverträge gibt es selten, stattdessen schwanken die Einnahmen von Monat zu Monat. Ein Atelier oder Studio zu halten, ist für viele kaum noch machbar. Das Ergebnis: Entweder man arbeitet mehr, nimmt Aufträge an, die eigentlich nicht zu einem passen – oder man gerät finanziell ins Straucheln.

2. Digitalisierung und Überangebot

Einerseits ist es fantastisch, dass wir unsere Arbeiten heute weltweit zeigen können. Andererseits hat die digitale Welt ein Überangebot geschaffen, in dem einzelne Stimmen leicht untergehen. Auf Social Media zählt oft nicht Qualität, sondern Reichweite. Hinzu kommt, dass Plattformen wie Streaming-Dienste oder Bilddatenbanken kreative Leistungen zwar verbreiten, aber nur minimal vergüten. Viele Inhalte werden konsumiert, ohne dass die Schöpfer:innen davon leben können.

3. Fehlende Wertschätzung

Noch immer gibt es die Haltung: „Kreative machen das doch aus Leidenschaft.“ Das stimmt – aber Leidenschaft allein zahlt keine Miete. Design, Kunst, Kreative Arbeit oder Stoffdruck sind Arbeit, die Zeit, Können und Hingabe verlangt. Trotzdem werden Honorare oft gedrückt oder Aufträge gar nicht bezahlt. Selbst bei Schnittmustern sind die Erwartungen inzwischen dahingehend, dass selbst bei 70% Rabatt der Designer doch über die Menge ganz einfach den Arbeitsaufwand wieder bezahlt bekäme. Truth: Das ist leider nicht der Fall!

4. Unsichere Zeiten

Krisen, Pandemien, Kriege – sie treffen die Kultur- und Kreativszene besonders hart. Veranstaltungen werden abgesagt, Budgets eingefroren, Förderprogramme gekürzt. Planungssicherheit ist kaum vorhanden. Wer in so einem Umfeld versucht, langfristig kreativ zu arbeiten, hat es ungleich schwerer.

Vor allem aber ist Kunst und Kreativität ein Luxusgut, wofür in unsicheren Zeit einfach weniger ausgegeben wird.

Meine persönliche Perspektive mit Cutting Corners Design

Ich kenne diesen Spagat selbst: Mit Cutting Corners Design will ich Arbeiten machen, die Sinn ergeben, die etwas bewegen und die Kunden glücklich machen. Gleichzeitig muss ich wirtschaftlich überleben – Rechnungen zahlen, Material kaufen, die eigene Zeit realistisch berechnen. Oft stehe ich zwischen „Kreativ sein dürfen“ und „Geld verdienen“ – und genau da liegt das Dilemma, das viele von uns spüren.
Aber gerade deswegen glaube ich, dass es wichtig ist, sich gegenseitig zu unterstützen, sich zu vernetzen und Plattformen wie nahtzeit.com zu nutzen. Alleine ist es schwer, im Überangebot sichtbar zu bleiben. Zusammen geht es besser.

Was können wir also tun?

Was können wir also tun?

Bewusstsein und Sichtbarkeit schaffen

Das Wichtigste ist: Wir müssen offen darüber sprechen. Kreativität ist kein netter Bonus, sondern ein gesellschaftlicher Motor. Ohne Kunst, Musik, Design und Kultur würden viele Bereiche unseres Lebens grau und still. Wenn mehr Menschen verstehen, wie viel Arbeit und Wert dahintersteckt, verändert sich auch die Bereitschaft, dafür zu bezahlen.

Faire Bezahlung durchsetzen / Synnergien nutzen

Hier braucht es sowohl klare Standards (z. B. Mindesthonorare für Kreativdesign) als auch ein Umdenken bei Auftraggeber:innen. Kreative Arbeit ist nicht „gratis Content“, sondern eine Dienstleistung oder ein Produkt. Jeder Kauf, jedes faire Honorar sorgt dafür, dass Kreative ihre Arbeit weitermachen können – und nicht irgendwann gezwungen sind, komplett aufzugeben. Und wer kein Budget hat findet vielleicht Möglichkeiten sich gegenseitig zu unterstützen oder einen win-win auszuarbeiten, der beiden nutzt.

Neue Modelle nutzen und fördern

Zum Glück entstehen immer mehr alternative Wege: Crowdfunding, Patreon, Mitgliedschaften, solidarische Netzwerke oder spezialisierte Plattformen. Sie geben Kreativen die Chance, unabhängig von großen Konzernen und Algorithmen direkt mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten.
Ein tolles Beispiel dafür ist unser neues Projekt nahtzeit.com. Dort können sich NäherInnen sowie Kreativgeschäfte zeigen und Menschen finden, die sie unterstützen wollen. Anders als in den großen, lauten Social-Media-Feeds geht es hier um echte Sichtbarkeit und Wertschätzung. Genau solche Orte können helfen, die Szene zu stabilisieren.

Fazit

Aktiv mitmachen und das, was wir lieben, unterstützen!

Es geht letztendlich nicht darum mehr zu konsumieren oder im Überfluss zu kaufen. Die Kreativbubble, welche sich über die letzten 10 Jahre aufgebaut hat ist geplatzt und der Markt muss sich neu finden. Aber eine bewusste Entscheidung und die Bezahlung für etwas, das wir wertschätzen verändert die Art und Weise wie wir Kreativität schon im Entstehungsprozess wahrnehmen.

Zudem können wir alle ohne Probleme die Szene unterstützen: Beiträge, Produkte und Ideen teilen & liken. Es kostet uns nichts und ein nettes Wort oder auch mal ein tolles Feedback kostet nichts und hilft der Szene ungemein!


Mein liebstes Nähzubehör: 😍

*beinhaltet Affilliate Links

Semplix Schneidematten-Set A4 pink/beere

Prym Vario Creative Tool

Eine Liste mit kleinen und grossen Empfehlungen an Nähzubehör von mir, sowie meine Tipps, wenn du eine neue Nähmaschine suchst, habe ich dir hier zusammengefasst:


Hi, ich bin Sarah - deine Expertin für Taschennähen, Mama, Stoffstreichlerin, Coach und BERNINA Nähkursleiterin.
ich freue mich, dass du dabei bist! Trage dich in meinen Newsletter ein, folge mir auf Instagram oder Facebook, lehn dich zurück und teile mit mir tolle Nähmomente...

© Cutting Cornerrs Design 2025